Â

.jpg)
Â
Der schönste Tag im Leben soll in Form von kunstvollen Fotos dokumentiert werden? Für viele Paare stellt dies ein Muss dar. Aber nicht immer will man sich den Vollbluthochzeitsfotografen leisten oder kann dies auch. Denn zugegeben, Bilder von einem der wenigen Top Hochzeitsfotografen in Deutschland sind schon eine Investition.
Also, was kann getan werden? Nicht selten bittet man die mit einem bekannten und verwandten Hobbyfotografen,  ein paar Aufnahmen von der Hochzeit zu schiessen. Für den Hobbyfotografen heisst das dann erst mal nur eins: Hilfe, wie – mach – ich – das???
Bewaffnet mit dieser allumspannenden Frage schaut er sich  dann diverse Foren an, um hierfür eine Lösung zu finden. Und was findet er meist? Nun ja, Antworten schon. Aber ob diese dann immer so praktikabel und umsetzbar sind, steht auf einem anderen Blatt.Â
Aus diesem Grund möchte ich euch allen, die ihr auf der Suche nach dem ultimativen “wiewerdeichzumweltbestenhochzeitsfotografeninnur10tagen” guide seit, hier entsprechendes Werkzeug an die Hand geben. Nein- nur Spass!  Aber 10 Tips, die aus meiner Sicht wirklich wichtig sind, um das beste aus Eurem “Auftrag” rauszuholen.
Â
Tip 1: Â Immer die Ruhe bewahren
Die Vorraussetzungen sind klar: werden die Fotos nix, wirst Du vom Brautpaar erschossen. Allein dieser Gedanke verhindert das Entstehen guter Fotos. Denn wenn Du angespannt bist, kannst Du dich weder auf die Technik, noch auf das Brautpaar oder die Gäste konzentrieren. So etwas wie Kreativität kannst Du dann gleich vergessen. Also (leicht gesagt): möglichst die Ruhe bewahren. Keine Hektik entstehen lassen.
Â
Tip 2: Gib dem Brautpaar Zeit
Gestresstes Brautpaar – gestresste Bilder. Sei Dir bewusst, dass auch ein Brautpaar nicht täglich vor der Kamera steht. Außerdem setzt eine Hochzeit ein Paar eh schon unter Strom. Heißt: Plane, wenn möglich, ausreichend Zeit für die Portraits ein und jage in dieser Zeit das Paar nicht quer durch alle Bundesländer.
Â
Tip 3: Sorge für eine entspannte AtmosphäreÂ
Stimmt die Chemie zwischen Dir und Deinen “Kunden” nicht, werden die Bilder nix. Dein Vorteil: Du kennst das Paar ja meist. Bringe sie zum Lachen und  rede immer mal wieder mit den beiden. Ganz wichtig: achte darauf, dass nicht der ganze Freundeskreis mit dabei ist. Sonst wird sich das Paar weniger auf sich, als mehr auf die anderen konzentrieren. Dann den richtigen Augenblick zu erwischen, ist äußerst schwierig! Drapiere die 2 auch nicht andauernd. Stelle oder setzte sie irgendwo hin, und  lass sie dann in Ruhe. Dann entstehen auch gute Bilder.
Â
Tip 4: Schuster, bleib bei Deinen Leisten
Man sieht immer mal wieder wirklich tolle Hochzeitsbilder. Und natürlich willst Du das dann auch so machen. Vom Prinzip her gute Idee.  Aber: jetzt ist nicht die Zeit zum Üben (denk an den 1. Satz unter Tip 1
) Mach das was Du kannst, und dann noch ein bisschen mehr. Unter ein bisschen mehr verstehe ich, dass Du ruhig kreativ sein sollst.  Andere Perspektiven , Schnitte oder (falls vorhanden) unterschiedliche Objektive und Brennweiten. Aber, noch mal, bei aller Kreativität, eben nicht die Basis vergessen. Immer zu erst die “sicheren” Fotos nach Hause bringen.
Â
Tip 5: Zeit und Licht beachten
Der Kardinalfehler der Hochzeitsfotografie! Wann möchten sich Paare meist Zeit für Portraits nehmen? Zur Mittagszeit. Wo steht die Sonne da?  Na direkt über unseren Köpfen. Wie sehn unsere Köpfe auf den Fotos dann aus? Die Stirn leuchtet, und die Augen sind nicht erkennbar, nur die Augenhöhlen. 90% der vermeintlichen Profis schießen solche Bilder (die Betonung liegt auf vermeintlich). Also, wenn nur die Mittagszeit in Frage kommt, dann entweder ab in den Schatten oder eben nach drinnen. Wird im Schloss geheiratet, dann hast Du innen meist hervorragende Lichtverhältnisse für tolle Bilder. Und falls möglich, das mit den Portraits in den frühen Abend verschieben. Gut Licht!
Â
Tip 6: Informationen sammeln
Für einen Profi ist das kein Problem. Er kommt irgend wo hin, schaut sich um, und los geht´s. Da Dir aber die Übung fehlt: mach Dir vorher ein Bild von der Location, und such Dir die richtigen Plätze aus. Denk auch ans Licht! Du hast nichts davon, wenn Du Dir morgens die Location anschaust, Du aber Abends die Fotos machst.
Â
Tip 7: der Zeitplan
wie gesagt: plane genug Zeit ein. Sei Dir aber dabei unbedingt bewusst: Zeitpläne für die Hochzeit hauen in 99% der Fälle nicht hin. Willst Du zwischen 18.30 – 19.00 Uhr die Portraits schiessen, und es aber dann erst um 18.58 los gehen kann, hast Du ein Problem. Also: immer mehr Zeit einplanen, und einen Plan B in der Tasche haben.
Â
Tip 8: Vorsicht mit dem Blitz!
Fehlt das nötige Licht? Kein Problem! Blitz drauf, Programmautomatik P und Feuer frei! Und, gutes Foto? Nein! Versuch doch mal, Deinen Blitz häufiger auszuschalten. Gerade Räume mit großen Fenstern bieten meist ideale Verhältnisse für tolle Bilder (achte nur immer auf die Belichtungszeit). Wenn Du schon blitzen möchtest, dann nie in P. Die Kamera steuert dann sämtliche Beleuchtung über den Blitz. Die Folge: flache, totgeleuchtete Fotos. Ich benutze meinen Blitz immer nur in der Zeit- oder Blendenautomatik. Die Kamera misst dann das Umgebungslicht, und setzt einen Aufhellblitz drauf. Ergibt meist die schönere Lichtstimmung.
Â


Â
Tip 9: Engagement ShootingÂ
zu Deutsch: Engagement (deutsch???)- oder Verlobungsbilder. Im Profibereich häufig gebucht. Der tiefere Sinn für Dich: ein Shooting im Vorfeld gibt Dir und dem Brautpaar schon mal die Chance zu Üben. Das Brautpaar bekommt ein Gefühl fürs Fotografiert werden, und Du bekommst Sicherheit. Sehr empfehlenswert!
Â
Tip 10: weniger ist mehr
Gilt insbesondere für die Reportagefotos. Aus lauter Unsicherheit magst Du versucht sein, mit der Kamera zu “filmen” So nach dem Motto: bei 50000000 Bilder werden schon ein paar gute dabei sein. Ich hab schon einige “Profis” erlebt, die so gearbeitet haben. Großer Fehler! Mach Dich im Vorfeld möglichst gut mit der Technik vertraut. Also was passiert bei welcher Blende,…. Ist dann der Kopf frei davon, konzentriere Dich auf das Geschehen, und mache ganz bewusst Foto für Foto. Ich arbeite immer so, als hätte ich eine analoge und keine digitale Kamera. Ich nehme Bilder also sehr gezielt und ganz bewusst auf. Nur mal so ein Wert: ich schiesse in der Stunde etwa 100 Bilder, also 1-2 pro Minute. Bitte jetzt nicht 1:1 übertragen, Du solltest schon ein paar mehr machen. Aber, noch mal, suche das gute Bild, nicht die Masse!
Â
Ich könnte jetzt zwar noch munter weiter schreiben, aber ich denke, dass dem einen oder anderen von Euch diese Tips schon ein Stück weiter helfen können. Ich wünsche Euch viel Spass, und viel Erfolg mit Euren Bildern!
4 comments
Sina - Super tolle Tips..
Sarah - Ich bin so begeistert von Ihren Bildern. Ganz toll.
Sie können gern ein bisschen mehr aus dem Nähkästchen plaudern …
z.B. wie Sie dieses super Farbspiel erlangen… super schön!
admin - ja das stimmt, aber es richtet sich ja auch speziell an Hobbyfotografen
Tanja - “Eigentlich” sind diese Tipps selbstverständlich (für viele Bereiche der Fotografie) – aber gern werden diese in der Praxis auch vergessen. Ist eine tolle Zusammenfassung. Schön, wenn jemand “aus dem Nähkästchen plaudert”.